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Der Schöne Kasimir

 

 

In seiner Jugend und in den besten Mannesjahren war er in Bergatreute Bauernknecht.

Er hat es aber nie lange bei ein und demselben Bauern ausgehalten.

Der Kasimir liebte die Freiheit, die Natur und den Most.

 

Als er älter wurde und ihn niemand mehr in Dienst nahm, nächtigte er in Scheunen, ging von Hof zu Hof, um sich dort seinen Lebensunterhalt zu er-betteln. Endlich kam er als Viehtreiber zu einem Weingartner Viehhändler. Seine Aufgabe war es das vom Händler in der Umgebung auf-gekaufte Vieh auf den Bauernhöfen abzuholen. Nie hätte der Kasimir auf ein Stück Vieh eingeschlagen; denn er sagte sich, das Vieh sei auch von Gott erschaffen worden. Es lieferte dem Menschen die Milch, Fleisch, ja sogar seine Haut.

 

Wollte einmal eine Kuh oder ein Ochse auf dem Weg nach Weingarten gar nicht mehr gehen, setzte sich der Kasimir an den Wegrand, sang einige Strophen, ließ das Vieh grasen und dann ging es auch wieder. Der Kasimir behauptete, auch das Vieh wäre musikalisch, bei einem Liedchen vergesse es sogar, dass man es zur Schlachtbank führte.